Haus kaufen auf Sardinien: Preise, Regionen und Ablauf für deutschsprachige Käufer 2026
Haus kaufen auf Sardinien zieht immer mehr deutschsprachige Interessenten an – dank eines erschwinglichen Marktes und gezielter Maßnahmen zur Förderung ausländischer Käufer.

Sardinien gehört zu jenen Reisezielen, die man nicht vergisst — und die man immer wieder besuchen möchte. Türkisblaues Meer, authentische Dörfer, herzhafte Küche, saubere Luft: Die Insel der Nuraghen bietet alles, was sich Menschen wünschen, die italienische Lebensqualität abseits des Massentourismus suchen. Immer mehr deutschsprachige Käufer wagen den Schritt: ein Haus auf Sardinien kaufen — als Feriendomizil, als Mietobjekt oder als sonniger Ruhestand.
Die gute Nachricht: Der sardische Immobilienmarkt ist insgesamt noch erschwinglich, besonders im Landesinneren gibt es sehr günstige Lagen. Die weniger gute Nachricht (oder besser: eine Realität, die man kennen sollte): In Italien läuft vieles etwas anders als im deutschsprachigen Raum, und Sardinien hat seine eigenen Besonderheiten. Dieser umfassende Ratgeber begleitet Sie Schritt für Schritt — von den tatsächlichen Preisen über den Kaufablauf bis hin zu Fallstricken und wenig bekannten Chancen wie den 1-Euro-Häusern.
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Mein Angebot erstellen →Warum 2026 ein Haus auf Sardinien kaufen?
Der sardische Immobilienmarkt befindet sich in einem Wandel. Nach Jahren der Stagnation steigen die Preise in den begehrten Küstenregionen wieder — besonders rund um Olbia, Alghero und im Süden der Insel — getrieben von einer anhaltenden Nachfrage aus dem Ausland (Italiener vom Festland, Deutsche, Österreicher, Schweizer, Briten nach dem Brexit). Im Landesinneren hingegen sind die Preise stabil bis leicht rückläufig, was echte Chancen für kleinere Budgets eröffnet.
Es gibt mehrere Gründe, warum das Interesse an Immobilien auf Sardinien stetig wächst:
- Lebensqualität: 300 Sonnentage im Jahr, gesunde Ernährung, ein entspanntes Lebenstempo und gastfreundliche Einheimische.
- Noch wettbewerbsfähige Preise: Im Landesinneren sind renovierungsbedürftige Häuser ab 30.000 bis 50.000 € zu finden.
- Vermietungspotenzial: Sardinien empfängt jährlich über 15 Millionen Touristen. Eine gut gelegene Immobilie kann in der Hochsaison erhebliche Mieteinnahmen erzielen.
- Die Flat Tax für neue Steueransässige: Italien bietet ein attraktives Steuermodell (pauschale Steuer von 100.000 € auf ausländische Einkünfte), das besonders für Rentner und digitale Nomaden interessant ist.
- Kurze Reisezeiten: Cagliari ist in weniger als 2 Flugstunden von München, Wien, Zürich oder Frankfurt erreichbar.
Ein Haus auf Sardinien kaufen — das passt zu Ihnen, wenn Sie ein mediterranes Rückzugsdomizil suchen, saisonale Mieteinnahmen erzielen oder dauerhaft zu niedrigeren Lebenshaltungskosten leben möchten. Weniger geeignet ist Sardinien, wenn Sie in einer pulsierenden Großstadt leben wollen — dann sind Rom, Mailand oder Turin die bessere Wahl.
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« Aufgebaut auf solider Praxiserfahrung und fundiertem Wissen über italienische Verfahren. »
Jessica Colpin, Mitgründerin — Maisons & Jardins France, Jan.–Feb. 2026
Immobilienpreise pro m² auf Sardinien nach Region — Übersicht 2026
Der erste Schritt für jeden ernsthaften Käufer ist ein Preisvergleich nach Lage. Auf Sardinien sind die Unterschiede erheblich: Zwischen der Costa Smeralda und einem Dorf in der Barbagia kann das Preisverhältnis 1 zu 10 betragen. Die folgende Tabelle basiert auf Marktdaten 2026 (Quellen: Immobiliare.it, Idealista, Agenzia delle Entrate — OMI).
| Region / Provinz | Mindestpreis (€/m²) | Durchschnittspreis (€/m²) | Höchstpreis (€/m²) | Marktprofil |
|---|---|---|---|---|
| Cagliari (Stadt) | 1.200 € | 1.800 € | 3.000 € | Hauptstadt, dichter städtischer Markt, starke Nachfrage |
| Cagliari — Umland / nahe Küste | 900 € | 1.400 € | 2.500 € | Wohnviertel, Zugang zu Stränden im Süden |
| Sassari (Stadt) | 900 € | 1.300 € | 2.000 € | Zweitgrößte Stadt, erschwinglicher als Cagliari |
| Alghero (Provinz Sassari) | 1.400 € | 2.200 € | 4.000 € | Stark touristische Stadt, hohe ausländische Nachfrage |
| Olbia (Stadt und Umgebung) | 1.200 € | 2.000 € | 3.500 € | Eingangstor Nordost, dynamischer Markt |
| Costa Smeralda (Porto Cervo, Porto Rotondo) | 4.000 € | 6.500 € | 15.000 €+ | Absoluter Luxus, internationales Hochpreissegment |
| Nuoro (Stadt) | 700 € | 1.000 € | 1.500 € | Stadt im Landesinneren, ruhiger Markt, starke Tradition |
| Barbagia / Ogliastra (Landesinneres) | 300 € | 650 € | 1.100 € | Günstigste Zone, schrumpfende Dörfer, Renovierungsobjekte |
| Oristano (Provinz) | 700 € | 1.100 € | 2.000 € | Wenig bekannte Westküste, ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis |
| Südsardinien (Sulcis, Iglesiente) | 500 € | 900 € | 1.800 € | Aufstrebende Region, wunderschöne, kaum bekannte Strände |
Quellen: Agenzia delle Entrate (OMI Q4 2024), Immobiliare.it, Idealista Italia — Richtwerte, vor Ort je nach Objekt zu prüfen.
Unser Tipp: Verlassen Sie sich nicht auf die auf Online-Portalen angezeigten Preise. Auf Sardinien ist Verhandeln üblich. Bei renovierungsbedürftigen Häusern im Landesinneren ist ein Verhandlungsspielraum von 15 bis 25 % oft möglich. An der Costa Smeralda hingegen haben Verkäufer selten Eile.
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Termin buchen1-Euro-Häuser auf Sardinien: teilnehmende Gemeinden und tatsächliche Bedingungen

Das Programm der 1-Euro-Häuser auf Sardinien (case a 1 euro) macht regelmäßig in den Medien Schlagzeilen. Das Konzept ist real: Sardische Gemeinden bieten leerstehende Häuser zu einem symbolischen Preis an, um neue Bewohner anzuziehen und ihre Dörfer zu revitalisieren. Aber Vorsicht — 1 Euro Kaufpreis bedeutet nicht „kostenlos". Der Teufel steckt im Detail.
Sardische Gemeinden, die am Programm teilnehmen
Aktive Gemeinden im Programm (nicht abschließende Liste, beim jeweiligen Gemeindeamt zu prüfen):
- Nulvi (Provinz Sassari) — gut dokumentiertes Programm, reaktionsfreudige Verwaltung
- Mamoiada (Provinz Nuoro) — Dorf der Masken in der Barbagia
- Bortigali (Provinz Nuoro) — kleine Gemeinde im Landesinneren
- Borore (Provinz Nuoro) — Programm kürzlich wieder aufgenommen
- Ollolai (Provinz Nuoro) — eine der Pionier-Gemeinden des Programms auf Sardinien
- Montresta (Provinz Oristano) — kleines Dorf, sehr wenige verfügbare Objekte
- Padria (Provinz Sassari) — Programm in Vorbereitung
Die konkreten Bedingungen des Programms
Jede Gemeinde legt ihre eigenen Regeln fest, aber folgende Bedingungen sind am häufigsten anzutreffen:
- Renovierungspflicht: Sie müssen sich verpflichten, das Objekt innerhalb einer festgelegten Frist (in der Regel 3 bis 5 Jahre) zu renovieren. Ein Kostenvoranschlag ist häufig bei der Unterzeichnung erforderlich.
- Kaution: Eine Kaution von 3.000 bis 10.000 € wird oft verlangt und nach Abschluss der Arbeiten zurückerstattet.
- Hauptwohnsitz: Manche Gemeinden verlangen, dass das Objekt Ihr Hauptwohnsitz wird (oder zumindest regelmäßig bewohnt wird).
- Tatsächliche Renovierungskosten: Planen Sie je nach Zustand 50.000 bis 150.000 € ein. Die angebotenen Häuser sind oft ohne Dach, ohne Sanitäranlagen und ohne Elektroinstallation.
- Lokale Handwerker teilweise vorgeschrieben: Einige Gemeinden verlangen die Beauftragung ortsansässiger Betriebe.
⚠️ Wichtig zu wissen: Mehrere Gemeinden haben Programme gestartet, die mangels ernsthafter Bewerber nie umgesetzt wurden — oder umgekehrt von ausländischen Anfragen überhäuft wurden, ohne dass Folgemaßnahmen erfolgten. Kontaktieren Sie vor einer Bewerbung direkt das Baurechtsamt (ufficio tecnico) der Gemeinde, um den aktuellen Bestand und die genauen Bedingungen zu erfragen.
Wenn Sie die Renovierungskosten abschrecken, sollten Sie wissen, dass es regionale sardische und nationale Förderprogramme für die Sanierung älterer Gebäude gibt (angepasster Superbonus, Förderungen der Regione Sardegna). Ein lokaler Steuerberater oder Geometer kann Ihnen helfen, diese zu identifizieren.
Haus direkt am Meer auf Sardinien kaufen: das Wichtigste im Überblick
Ein Haus in Italien direkt am Meer zu kaufen ist ein Traum vieler Menschen. Sardinien mit seinen 1.800 km Küste und Stränden, die zu den schönsten der Welt zählen, steht dabei ganz oben auf der Wunschliste. Doch ein Kauf in Meeresnähe wirft spezifische rechtliche, steuerliche und praktische Fragen auf.
Die begehrtesten Küstenlagen (und ihre Preise)
Der Küstenimmobilienmarkt auf Sardinien gliedert sich in mehrere sehr unterschiedliche Segmente:
- Costa Smeralda (Nordosten): Das weltweite Aushängeschild für Badeluxus. Preise zwischen 5.000 und 15.000 €/m², in Porto Cervo auch darüber. Nur für wohlhabende Käufer.
- Golfo di Orosei (Mitte-Ost): Eine der spektakulärsten Küsten Italiens. Kaum Bebauung direkt am Meer (Naturschutzgebiet). Einige Häuser in Cala Gonone zwischen 2.000 und 4.500 €/m².
- Costa Verde / Costa di Sulcis (Südwesten): Die große Unbekannte. Wilde Strände, wenig Touristen, noch moderate Preise (1.500 bis 3.000 €/m²). Region im Aufschwung.
- Südsardinien (Villasimius, Costa Rei): Kristallklares Wasser, gut von Cagliari erreichbar. Preise zwischen 2.500 und 5.000 €/m² für Objekte in erster Meereslinie.
- Alghero und Riviera del Corallo (Nordwesten): Katalanisches Flair, gutes Angebot an Ferienwohnungen (1.800 bis 4.000 €/m²).
- Oristano / Cabras (Westküste): Die günstigste Küstenregion. Häuser in Meernähe ab 1.200 €/m².
Die Küstenvorschriften auf Sardinien: eine Einschränkung, die man kennen muss
In Italien, und noch mehr auf Sardinien, unterliegt die Küste sehr strengen Vorschriften. Zwei wichtige Punkte, die vor jedem Küstenkauf bekannt sein sollten:
- Der 300-Meter-Schutzstreifen: In Küstenzonen sind Neubauten oder Erweiterungen innerhalb von 300 Metern vom Meer grundsätzlich verboten oder stark reglementiert (Piano Paesaggistico Regionale Sardo — PPR). Viele Meeresanlieger-Immobilien sind daher rechtlich in ihren Erweiterungsmöglichkeiten stark eingeschränkt.
- Abusi edilizi (illegale Bauten): Ein verbreitetes Problem in italienischen Küstenzonen. Lassen Sie die baurechtliche Konformität des Objekts unbedingt von einem Geometer (geometra) oder einem spezialisierten Anwalt prüfen, bevor Sie kaufen. Ein nicht konformes Gebäude kann auch dann abgerissen werden, wenn Sie es gutgläubig erworben haben.
- Strand-Konzessionen: Wenn das Objekt eine Strand-Konzession (concessione demaniale) einschließt, prüfen Sie die Restlaufzeit und die Verlängerungsbedingungen — die europäische Regelung zu Badekonzessionen befindet sich derzeit im Wandel.
Unser Küsten-Tipp: Beim Kauf einer Immobilie in Meeresnähe auf Sardinien ist ein lokaler Geometer (geometra) vor jeder Unterzeichnung unerlässlich. Er prüft die Übereinstimmung des Objekts mit den Bauvorschriften, die Rechtmäßigkeit der Bauten und das Fehlen von Katasterstreitigkeiten. Sein Honorar (300 bis 800 €) ist eine Investition, die Ihnen sehr böse Überraschungen ersparen kann.
Das saisonale Vermietungspotenzial in Meeresnähe
Eine gut gelegene Immobilie auf Sardinien kann in der Hochsaison (Juli–August) über Plattformen wie Airbnb oder Booking zwischen 1.500 und 5.000 € pro Woche einbringen. Auch Juni und September sind sehr ertragreich. Allerdings: Die italienische Regulierung für Ferienvermietungen wird strenger. Informieren Sie sich beim lokalen Gemeindeamt über Meldepflichten und eventuell erforderliche Genehmigungen (SCIA).
Der Kaufablauf beim Hauskauf auf Sardinien

Die gute Nachricht für EU-Bürger: Staatsangehörige der EU genießen beim Immobilienkauf auf Sardinien dieselben Rechte wie italienische Staatsbürger. Keine Sondergenehmigung, keine Erwerbsbeschränkungen. Hier sind die wichtigsten Schritte des Verfahrens.
Schritt 1 — Den Codice Fiscale beantragen
Der italienische Steuercode (codice fiscale) ist für jede Immobilientransaktion unerlässlich. Er kann kostenlos beim italienischen Konsulat im Heimatland, bei einer Botschaft oder direkt bei der Agenzia delle Entrate auf Sardinien beantragt werden. Das Verfahren ist unkompliziert (wenige Tage).
Schritt 2 — Die Proposta d'acquisto (Kaufangebot)
Haben Sie ein passendes Objekt gefunden, legen Sie ein schriftliches Kaufangebot vor (proposta di acquisto). Dieses bindet beide Parteien. Eine Anzahlung (caparra confirmatoria) von 5 bis 10 % des Kaufpreises wird in der Regel zu diesem Zeitpunkt geleistet. Tritt der Verkäufer zurück, schuldet er Ihnen den doppelten Betrag der Anzahlung. Treten Sie zurück, verlieren Sie die Anzahlung.
Schritt 3 — Der Compromesso (Vorvertrag)
Der Kaufvorvertrag (compromesso oder contratto preliminare) wird notariell oder zwischen den Parteien unterzeichnet. Er legt die endgültigen Bedingungen fest: Kaufpreis, Frist für die Unterzeichnung des Rogito sowie etwaige aufschiebende Bedingungen (Finanzierungszusage, Ergebnis eines Gutachtens).
Schritt 4 — Das Rogito (notarielle Urkunde)
Die endgültige Unterzeichnung erfolgt beim Notar (notaio). Als deutschsprachiger Käufer haben Sie das Recht, einen beeidigten Dolmetscher hinzuzuziehen. Der Notar in Italien vertritt den Staat — er ist neutral und kein Anwalt einer der beiden Parteien. Es empfiehlt sich daher, einen eigenen Anwalt zu beauftragen, der Ihre Interessen wahrt.
Gesamtdauer des Verfahrens
Rechnen Sie durchschnittlich mit 2 bis 4 Monaten zwischen dem angenommenen Angebot und der Unterzeichnung des Rogito. Diese Frist kann sich verlängern, wenn aufwendige baurechtliche Prüfungen erforderlich sind oder eine Bankfinanzierung eingebunden ist.
Ist alles aus der Ferne möglich?
Teilweise. Es ist möglich, einem Anwalt oder Vertrauensbevollmächtigten eine Vollmacht (procura) zu erteilen, damit dieser in Ihrem Namen unterzeichnet. Dennoch empfehlen wir dringend, mindestens einmal persönlich vor Ort zu sein, um das Objekt zu besichtigen und den Notar zu treffen. Flüge von deutschen Flughäfen nach Cagliari oder Olbia sind günstig (ab 60–80 € bei Billigfluglinien).
Steuern und Kaufnebenkosten auf Sardinien
Eine der häufigsten Fragen von Immobilienkäufern: Was kostet ein Hauskauf auf Sardinien wirklich, inklusive aller Nebenkosten? Hier ein klarer Überblick.
Die Erwerbsnebenkosten (ohne Kaufpreis)
| Kostenart | Hauptwohnsitz | Zweitwohnsitz | Berechnungsgrundlage |
|---|---|---|---|
| Imposta di registro (Grunderwerbsteuer) | 2 % | 9 % | Katasterwert (rendita catastale) |
| Imposta ipotecaria (Hypothekensteuer) | 50 € pauschal | 50 € pauschal | Pauschalbetrag |
| Imposta catastale (Katastersteuer) | 50 € pauschal | 50 € pauschal | Pauschalbetrag |
| Notarhonorar | 1.500 € bis 4.000 € | Je nach Wert und Komplexität | |
| Maklercourtage (falls zutreffend) | 2 % bis 4 % + MwSt. | Auf den Verkaufspreis | |
| Anwalt (empfohlen) | 1.000 € bis 3.000 € | Je nach Aufwand | |
| Geschätzte Gesamtnebenkosten | 4 bis 7 % | 10 bis 15 % | des Kaufpreises |
Wichtiger Hinweis: Wenn Sie das Objekt als Hauptwohnsitz erwerben und es sich um Ihren ersten Immobilienkauf in Italien handelt (primo accedente), profitieren Sie von zusätzlichen Steuervergünstigungen. Lassen Sie Ihre Anspruchsberechtigung von einem Notar oder Steueranwalt prüfen.
IMU — Die Grundsteuer auf Zweitwohnsitze
Wenn Ihre Immobilie auf Sardinien ein Zweitwohnsitz ist (was häufig der Fall ist), sind Sie zur Zahlung der IMU (Imposta Municipale Unica) verpflichtet — das Pendant zur deutschen Grundsteuer. Der Satz variiert je nach Gemeinde (zwischen 0,4 % und 1,06 % des Katasterwerts). Bei einem Katasterwert von 80.000 € rechnen Sie mit 400 bis 850 € pro Jahr.
Die Flat Tax für neue Steueransässige in Italien
Wenn Sie vorhaben, Ihren Hauptwohnsitz nach Sardinien zu verlegen, bietet Italien ein sehr attraktives Steuermodell: die Flat Tax von 100.000 € auf ausländische Einkünfte für 15 Jahre (Art. 24-bis TUIR). Dieses Modell ist besonders interessant für Rentner, Kapitalanleger oder digitale Nomaden mit Einkünften außerhalb Italiens. Mehr zur Flat Tax in Italien →
Leben auf Sardinien: Lebenshaltungskosten und Alltag
Sie fragen sich, was es konkret bedeutet, auf Sardinien zu leben? Es geht nicht nur darum, eine Immobilie zu kaufen — es bedeutet, einen neuen Lebensrhythmus, eine neue Sprache und eine neue Kultur anzunehmen. Hier ein ehrlicher und konkreter Überblick.
Die Lebenshaltungskosten auf Sardinien 2026
Sardinien ist günstiger als die meisten deutschsprachigen Regionen, aber teurer als manche ländlichen Gebiete Mittelitaliens. Einige Richtwerte:
- Lebensmittel: Lokale Produkte (Pecorino, Bottarga, Lamm, Marktgemüse) sind preiswert. Ein Wocheneinkauf für zwei Personen: 80 bis 120 €, je nach Gewohnheiten.
- Restaurant: Ein vollständiges Mittagsmenü in einer lokalen Trattoria: 12 bis 18 €. Ein Touristenrestaurant am Meer: 30 bis 60 € pro Person.
- Energie und Wasser: Die Energiekosten sind mit Deutschland vergleichbar, mitunter etwas höher (Inselzuschlag). Wasser ist auf Sardinien eine wertvolle Ressource — rechnen Sie mit rund 30 bis 60 € pro Monat für einen Zweipersonenhaushalt.
- Transport: Außerhalb der Städte ist der öffentliche Nahverkehr dünn ausgebaut. Ein Auto ist im Landesinneren nahezu unverzichtbar. Kraftstoff ist etwas teurer als auf dem italienischen Festland.
- Gesundheit: In den größeren Städten (Cagliari, Sassari, Olbia) ist die Gesundheitsversorgung gut. Im Landesinneren wird das Angebot dünner. Mit einem Aufenthaltstitel haben Sie Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem (SSN) zu ermäßigten Tarifen.
- Geschätztes Monatsbudget für ein Paar: 1.800 bis 2.800 € (ohne Miete als Eigentümer) für ein komfortables Leben in Cagliari oder Sassari. Im Landesinneren kann dieses Budget auf 1.400 bis 1.800 € sinken.
Die Sprachbarriere: ein echtes Thema?
Italienisch ist unverzichtbar, um auf Sardinien komfortabel zu leben. Englisch ist weniger verbreitet als in Nordeuropa. Deutsch ist in einigen spezialisierten Büros und Agenturen (vor allem in Cagliari und Olbia) vorhanden, sollte aber im Alltag nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Wenn Sie ein langfristiges Lebensprojekt planen, beginnen Sie am besten mit Italienisch-Lernen, bevor Sie kaufen.
Die deutschsprachige Community auf Sardinien
Sie ist überschaubar, aber vorhanden. Facebook-Gruppen wie „Deutsche auf Sardinien" oder „Expats Sardinia Germany/Austria/Swiss" versammeln mehrere Hundert aktive Mitglieder. In Cagliari, Alghero und Olbia werden regelmäßig Treffen organisiert. Das ist auch ein ausgezeichneter Weg, zuverlässige Handwerker oder empfehlenswerte Notare zu finden, die von Landsleuten empfohlen wurden.
Fazit: Ein Haus auf Sardinien kaufen — ja, aber mit System
Ein Haus auf Sardinien zu kaufen ist ein Vorhaben, das sowohl zugänglich als auch anspruchsvoll ist. Zugänglich, weil der Markt noch echte Chancen bietet — zu Preisen, die weit unter denen der Côte d'Azur oder Korsikas liegen, bei vergleichbarer Naturkulisse. Anspruchsvoll, weil die italienischen Verwaltungsverfahren ihre Eigenheiten haben und Fehler — fehlende Baugenehmigungskonformität, illegale Bauten, unoptimierte Steuergestaltung — teuer werden können.
Die wichtigste Botschaft: Definieren Sie Ihr Vorhaben klar (Hauptwohnsitz? Feriendomizil? Mietobjekt?), wählen Sie Ihre Region entsprechend Ihrem tatsächlichen Budget (inklusive Nebenkosten) und umgeben Sie sich mit einem Notar und/oder einem deutschsprachigen Anwalt. Sardinien wartet auf Sie — die Insel hat es nicht eilig, aber sie belohnt alle, die gut vorbereitet ankommen.
Empfohlener erster Schritt: Erkunden Sie zunächst die Plattformen Immobiliare.it und Idealista, um reale Preise nach Region zu vergleichen. Planen Sie dann eine erste Erkundungsreise, bei der Sie Objekte besichtigen und ein Gespräch mit einem lokalen Fachmann führen. Das Weitere ergibt sich dann von selbst.
FAQ — Häufige Fragen zum Hauskauf auf Sardinien
Was kostet ein Haus auf Sardinien 2026?
Kann man auf Sardinien kaufen, ohne Italienisch zu sprechen?
Ja, das ist durchaus möglich. Das italienische Recht sieht die verpflichtende Anwesenheit eines beeidigten Dolmetschers bei der Unterzeichnung notarieller Urkunden vor. Deutschsprachige Immobilienmakler und Anwälte sind in Cagliari, Olbia und Alghero tätig. Für ein dauerhaft komfortables Leben auf Sardinien wird Italienisch jedoch unerlässlich bleiben.
Welche Regionen sind die günstigsten für einen Hauskauf auf Sardinien?
Die zugänglichsten Regionen sind die Barbagia und Ogliastra (Provinz Nuoro), das Sulcis-Iglesiente (Südwesten) sowie bestimmte Gemeinden im Landesinneren der Provinz Sassari. Dort finden sich Renovierungsobjekte ab 30.000 bis 60.000 €. Auch die Westküste (Provinz Oristano) bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mit wunderschönen Stränden und noch moderaten Preisen.



